90 Mile Beach - New Zealand

Strand als Autobahn

Nein, dass ist kein schlechter Witz, sondern Realität. An der Westküste Northland's befindet sich der so genannte 90 Mile Beach. Dieser ist Teil des Highway 1 der von der Nordspitze Neuseelands bis hin zum südlichen Zipfel in der Nähe von Invercargill reicht. Tatsächlich ist der Strand allerdings nur knappe 60 Meilen lang, also ungefähr 88 km.

Meer schluckt Auto

Aber Vorsicht, vielen Autofahrern ist der Sand schon zum Verhängnis geworden. Oft kommt es vor, dass Touristen im trockenen Sand stecken bleiben oder sie von der Flut überrascht werden und das Auto im Wasser landet. Tafeln am Zugang des Strandhighways warnen davor. Am Besten ist es zwischen Wasser und dem trockenen Sand zu fahren, da dort der Sand am Dichtesten ist und keine Gefahr des Einsinkens besteht.

Der Thrill am Strand

Die Geschwindigkeitsbeschränkung liegt bei 100 km/h. Aber wer jetzt glaubt, dies sei nicht schnell der sei eines Besseren belehrt. Bei dieser Geschwindigkeit kann einem schon mal mulmig im Magen werden, wenn man mit einem Reifen ins Wasser fährt und die Kräfte der Natur unter einem spürt. Aber der schier unendlich große Strand und das Freiheitsgefühl, dass einem beim Anblick der Landschaft widerfährt lässt einem den Schrecken schnell wieder vergessen.

90 Meilen Kirmes

Der Strand ist heute wohl mehr eine Touristenattraktion als Highway, da parallel zum 90 Mile Beach ein asphaltierter Highway gen Norden führt. Viele Tourbusse die zum Cape Reinga fahren, wählen den (Um)weg über den 90 Mile Beach und machen dort auch kurze Stopps. Das war nicht immer so. Im Jahre 1932, wurde der Strand als Landebahn für die Flugpost zwischen Neuseeland und Australien verwendet. Aber zurück zur Gegenwart. Neben dem reinen Befahren des Strandes mit dem eigenen Auto, kann man auch jede Menge anderer Sachen machen. Zum Beispiel gibt es die Möglichkeit Quad Bikes zu mieten und mit diesen schnellen Gefährten den Strand und die nahe gelegenen Sanddünen zu erkunden. Aber man kann es auch langsamer haben und eine Horse Trekking Tour buchen. Wer wollte noch nie mit einem Pferd über einen einsamen Strand reiten!?

Sandkiste für die Großen

Im Norden befinden sich gewaltige Sanddünen, die die Landschaft wie eine Wüste aussehen lassen. Diese bieten ein erstaunliches Bild, vor allem wenn man vom "grünen" Landesinneren zu den Dünen gelangt und man sich plötzlich in einer wüstenartigen Umgebung wieder findet. Eine beliebte Freizeitaktivität bildet das Boogieboarden. Dabei rutscht man mit einem surfbrettartigen Gebilde die riesigen Sanddünen hinunter und es kann mitunter vorkommen, dass man mit einer Ladung Sand im Mund unten ankommt. Natürlich geht es auch ohne Boogieboard. Ein paar wagemutige Sanddünenbezwinger rollen sich einfach so hinunter und kommen unten als fertig paniertes Schnitzel an.

Der Meeres-Supermarkt

Aber es geht auch ruhiger. Am Strand entlang des Highways kann man sich auf die Suche nach Tuatua Muscheln machen. Diese neuseeländische Spezialität lebt im Sand und kann nur bei Ebbe ausgegraben werden. Es gibt sogar eigene Touren wo einem gezeigt wird wie man diese Strandspezialität am Besten findet. Dabei muss nämlich mit den Füßen in den weichen Sand gegraben werden bis man einen Widerstand spürt. Das könnte dann eine der begehrten Muscheln sein. Wem das aber zu nass ist, der kann sich einfach gemütlich in den Sand setzen und das Rauschen des Meeres genießen. Viele Einheimische nutzen die Umgebung des 90 Mile Beaches auch um zu campen, fischen oder einfach nur um zum Relaxen im Sand zu liegen und die Seele baumeln zu lassen. Was man auch macht, der 90 Mile Beach ist auf jeden Fall eine Reise wert.

Geheimtip auf der Ostküste

Wollten sie schon immer mal quietschenden Sand unter ihren Füßen haben. Der Sand, so fein und weiß wie Mehl. Dünen mit farbenprächtigen Blumen geschmückt. Dann auf zum Rarawa Beach. Dieses Strandjuwel liegt ungefähr 60km nördlich von Kaitaia. Ein kleines Schild zeigt die Abzweigung vom Highway. Ein sind nur ein paar Kilometer bis zum Strand. Dort angekommen erblickt man eine völlig andere Landschaft als der westlich gelegene 90 Mile Beach. Strahlend weißer Sand und violette Blumen begrüßen einen im Frühsommer. Und tatsächlich, sobald man mit den Füßen über den feinen Sand streift quietscht er.

 

Ob man sich nun gemütlich in die Sonne legt, oder einen ordentlichen Strandspaziergang macht bleibt jedem selbst überlassen. Mein Tipp ist es allerdings, den Strand und die Dünen zu erkunden und auf Muschelsuche zu gehen. Dabei kann man allerlei Sachen finden. Siehe das Bild mit dem ausgetrockneten Kugelfisch. Sieht der nicht wie vom Disneyfilm „Findet Nemo“ aus?

 

Copyright 2008 - Müller Gernot

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